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Die nächsten zwanzig Jahre - als Schriftsteller - waren für Conrad auch Jahre des finanziellen Mangels, der Entbehrungen und Unsicherheit. Erst 1914 und für die letzten zehn Jahre seines Lebens sollte es ihm vergönnt sein, wirklichen - auch finanziellen - Erfolg mit seinem Schreiben zu haben, seine Schulden zurückzuzahlen und ein abgesichertes Leben zu führen. Noch konnte er nicht ahnen, was vor ihm liegen würde, doch an eine Umkehr war nicht zu denken, obgleich er noch bis etwa zum Jahr 1900 - vom mangelnden Erfolg seiner Werke schwer enttäuscht - gelegentlich daran dachte, wieder als Seemann zu arbeiten. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Abkehr vom Seemannsberuf nicht bloß die Eingabe eines Augenblicks gewesen war, sondern seine angeschlagene Gesundheit ihn quasi dazu verbannte, eine andere Tätigkeit auszuüben. Welchen Weg sein Leben genommen hätte, wäre seine Gesundheit nicht derart zerrüttet gewesen, kann man kaum sagen. Fest steht, er hatte das Schreiben als eine für ihn passende, ihn sowohl interessierende wie gleichermaßen quälende Tätigkeit angenommen. Er musste sich erneut bestätigen.
Tadeusz Bobrowski meinte schon 1891 in einem Brief an Conrad:

'Thinking over the causes of your melancholy most carefully I cannot attribute it either to youth or to age. No, it came from ill-health, from the wretched sufferings in Africa, but also from something more: 'the habit of reverie which I have observed to be part of your character. It is inherited; it has always been there, in spite of your active life'.

Am 29. April 1895 wurde 'Almayer's Folly' unter dem Künstlernamen Joseph Conrad veröffentlicht. Der Roman wurde von der Kritik sehr  positiv aufgenommen. Die Kritiken reichten von 'überaus erstaunlich' bis hin zu 'erstklassig' und 'absolut empfehlenswert'. Dennoch wurde das Werk kaum gelesen.
Während eines neuerlichen Kuraufenthaltes in der Schweiz lernte er Emilie Briquel kennen. Diese neue Romanze dauerte bis in den Herbst 1895, erkaltete jedoch, als  Emilie einen Arzt kennengelernt hatte und schließlich im Frühjahr des nächsten Jahres ihre Verlobung mit dem honorigen Mediziner bekanntgab.
Im September dieses Jahres beendete Conrad auch die Arbeit an seinem zweiten Roman 'An Outcast of the Islands' und er begann, eine neue Geschichte mit dem Titel 'Sisters' niederzuschreiben. Edward Garnett, der übrigens auch D.H. Lawrence und John Galsworthy entdeckt und literarisch gefördert hatte, riet Conrad jedoch von der Weiterarbeit an dem Werk ab, weil er es im Vergleich zu den anderen Arbeiten für zu schwach fand. 'Ich will aber mein Leben nicht in einer Dachkammer verbringen', soll Conrad zu Garnett gesagt haben, als die beiden über den finanziellen Aspekt des Schriftstellerdaseins sprachen. Garnett erinnerte sich an Conrad so: 'Ich hatte nie zuvor einen so männlich bestimmten und doch so weiblich einfühlsamen Mann gesehen'.  'An Outcast of the Islands' wurde schließlich im März 1896  veröffentlicht, während 'Sisters' erst posthum 1928 zur Veröffentlichung kam.

Biographie III; Seite 1