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Im Januar 1905 reisten die Conrad's auf Urlaub nach Capri und blieben bis Mai dort. Die Gesundheitsprobleme von Joseph Conrad hatten in dieser Zeit einen neuen Höhepunkt erreicht. Im Winter und Frühjahr 1905/1906 erholte er sich aber wieder. Den Urlaub im nächsten Jahr verbrachte man in Montpellier.
Am 2. August 1906 wurde der zweite Sohn der Conrad's, John Alexander, geboren, während sein Bruder Borys im Januar des darauffolgenden Jahres schwer erkrankte und im Mai in Genf behandelt werden musste.
Der nächste Umzug ließ nicht lange auf sich warten. Nach England zurückgekehrt, zog die Familie nach Someries in Bedford. 1909 folgte ein neuerlicher Umzug nach Aldington, wieder in die Nähe von Hythe.
Wie bereits erwähnt: Ende Januar 1910 brach Conrad physisch und psychisch völlig zusammen. Der Zusammenbruch folgte unmittelbar nach Beendigung seines Manuskripts 'Mit den Augen des Westens'. Seine lang anhaltenden Schwierigkeiten sowohl mit seinen Texten, aber auch mit seinen Finanzen, dürften den Zusammenbruch verursacht haben. Im April dieses Jahres hatte er sich endlich so weit erholt, seine Arbeit wieder aufnehmen zu können. Die erste Geschichte nach dieser schweren Krise war 'Ein Lächeln des Glücks'.
1910 - man ahnt es bereits - zog die Familie erneut um. Diesmal ging es nach Ashford in das sogenannte 'Capel House'. Im Oktober 1911 wurde 'Mit den Augen des Westens' veröffentlicht, aber weder Kritik noch Publikum schienen dies wirklich wahrgenommen zu haben. Die Verkaufszahlen waren demprimierend.
1913 fand Conrad einen Verleger für sein amerikanisches Publikum in dem Verlagshaus Doubleday, Page & Co., was die Auflagezahlen seiner Bücher naturgemäß erheblich erhöhte. Aus Anlass eines nicht wirklich vorhergesehenen Geldsegens hatte er sich darum auch gleich ein Automobil der Marke Cadillac zugelegt.
Jessie und John und Hund und Katze
Im gleichen Jahr traf er erstmals den Mathematiker und Philosophen Bertrand Russell (1872 - 1970), der in seinen Erinnerungen schreiben sollte:
'Wir schienen Schicht für Schicht durch das nur Oberflächliche hinabzusinken, bis wir beide allmählich das Feuer erreicht hatten, das im Innersten brennt. Es war eine Erfahrung, wie ich sie nie wieder gemacht habe. Wir blickten uns in die Augen, halb trunken und halb erschrocken von dem Gedanken, dass wir uns gemeinsam in einer solchen Sphäre befanden ..."
Der vielleicht bekannteste Ausspruch Russell's, der 1950 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, lautet aber:
'Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten so voller Zweifel'.
Ein Satz, der auf die Conrad'sche Befindlichkeit ganz sicher und präzise zutrifft.
Borys Conrad im Auto seines Vaters