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Werken vor mehreren hundert Zuhörern gelesen. Die überaus positive und warmherzige Reaktion seiner amerikanischen Leser überwältigte ihn. Aus Boston und New York schrieb er mehrere Briefe an seine Frau, in denen er ihr von den 'begeisterten Amerikanern' berichtete.
Ebenfalls im Frühsommer des Jahres 1923 wurde ihm vom englischen Premierminister MacDonald - über Auftrag von König Georg V - der Adelstitel angeboten. Conrad lehnte ab (sein Schreiben dazu auf der nächsten Seite).
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Trotz jahrelanger gesundheitlicher Probleme kam der Tod Conrad's plötzlich und unerwartet. 'Mein Kopf scheint klarer, als er seit Monaten gewesen ist', hatte er zu seinem Freund und Biographen Richard Curle noch wenige Tage vor seinem Tod gesagt.
Joseph Conrad starb am 3. August 1924 gegen 8 Uhr 30 morgens in seinem Haus in Bishopsbourne an einer Herzattacke. Er hatte am Tage zuvor einen ersten Anfall erlitten, dem er jedoch keine weitere Bedeutung beimaß. Am 3. August saß er wieder allein in seinem Arbeitszimmer, als er plötzlich "Here ... !" ausrief. Er stürzte zu Boden und war tot.
Conrad's Werke gelten heute völlig zu Recht als Weltliteratur. Von manchen Rezensenten - darunter etwa auch Jakob Wassermann - wurde Conrad als 'beschreibender Autor' bezeichnet. Nichts könnte falscher sein. Conrad ging es nicht um das Beschreiben an sich, er wollte eine Haltung darlegen, eine Anschauung, einen Standpunkt,
Conrad an Bord der 'Tuscania'; April 1923. Links Kapitän David Bone. Rechts: der Maler Sir Muirhead Bone, der Bruder des Kapitäns, der Conrad während der Reise mehrmals porträtierte. Die Rückreise erfolgte mit dem Schiff 'Majestic'. Conrad wohnte in N.Y. bei den Doubleday's (Effendi Hill; Oyster Bay; Long Island).
Im Oktober 1921 schließlich begann er mit der Niederschrift von 'The Rover' (Der Freibeuter). Es sollte sein letzter vollständiger Roman werden. Das Manuskript, das er 1922 beendete, hatte ihn erneut alle Kraft gekostet und sein Gesundheitszustand war mehr als angeschlagen. Die nach 'The Rover' folgenden Texte sind auch - sehr untypisch für ihn - teilweise für den bereits berechneten Erfolg, für ein breites und zahlendes Publikum verfasst. Er versuchte sich in dieser Zeit auch in der Abfassung äußerst romantischer Liebesgeschichten, was ihm jedoch nicht wirklich gelingen sollte.
Von April bis Juni 1923 reiste er auf Einladung seines amerikanischen Verlegers in die USA, besuchte New York und Boston und hielt mehrere Lesungen vor großem Publikum ab. Nie zuvor hatte er aus seinen