Les Misérables (+ Kurzbiographie Bourvil)
Les Misérables
F 1958
Jean Gabin als Jean Valjean
Bernard Blier als Javert
René Fleur als Bischof
Béatrice Altariba als Cosette
Danièle Delorme als Fantine
Bourvil als Monsieur Thénardier
Giani Esposito als Marius
Jean Ozenne als Präfekt

Musik: Georges Van Parys
Drehbuch: Michel Audiard und Renè Barjavel; nach dem Roman von Victor Hugo
Kamera: Jacques Natteau
Produktion: Paul Cadèac
Regie: Jean-Paul Le Chanois
Release: Société Nouvelle Pathè Cinèma; P.A.C.; Serena

Bourvil und Jean Gabin in 'Les Misérables'
Foto: DEFA
Bourvil (eigentlich André Zacharie Raimbourg) wurde am 27.7.1917 in Pretot-Vicquemare als Sohn einer normannischen Bauernfamilie geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Den Namen 'Bourvil' hatte er von dem kleinen Dorf 'Bourville' (Normandie) angenommen, wo er aufgewachsen war, nachdem seine Mutter mit ihm und ihrem zweiten Mann dort hingezogen war. Nach der Grundschule begann er eine Lehre als Bäcker, arbeitete später aber als Bauarbeiter. 1937 begann seine Laufbahn als Unterhalter, als er mit Chansons von Fernandel sein Publikum unterhielt. Während der Besetzung Frankreichs arbeitete er als Radiosprecher und avancierte schnell mit eigenen Liedern zum Publikumsliebling. Besonders sein Lied 'Les Crayons' machte ihn bekannt. 1941 bekam er erstmals eine (allerdings winzige) Rolle in einem Film. Neben komischen Rollen spielte er auch klassische Charakterrollen, etwa in 'Der Tag und die Nacht' oder in 'Vier im roten Kreis'. Bis Mitte der 60er Jahre trat er auch immer wieder als Chansonsänger und in musikalischen Komödien auf. Bourvil starb am 23.9.1970 im Alter von 53 Jahren in Paris am Kahler-Syndrom.

Filme mit Bourvil:

* Entfesselte Leidenschaften (1945)
* Ein Herz aus Gold (1948)
* Der sensationelle Einbrecher (1950)
* Die Abenteuer der drei Musketiere (1953)
* Der Sonntagsangler (1954)
* Der tolle Musketier (1954)
* Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris (1956)
* Die Elenden (1958) (siehe oben)
* Der Tag und die Nacht (1958)
* Texasmädel (1958)
* Mein Schwert für den König (1960)
* Alles Gold dieser Welt (1961)
* Der längste Tag (1962)
* Angst in der Stadt (1964)
* Scharfe Sachen für Monsieur (1964)
* Spione unter sich (1965)
* Die große Kiste (1965)
* Drei Bruchpiloten in Paris (1966) (siehe unten)
* Junger Mann mit Zukunft (1967)
* Schussfahrt nach San Remo (1967)
* Monte Carlo Rallye (1969)
* Das Superhirn (1969)
* Vier im roten Kreis (1970)
Foto:filmsdefrance
Bourvil mit Louis de Funès
Foto: AFP
Foto: The Rank Organisation / Les Films Corona
Drei Bruchpiloten in Paris (oder: Die große Sause)
(Originaltitel: La Grande Vadrouille) F 1966
Darsteller: Bourvil, Louis de Funès, Claudio Brook, Andrea Parisy,
Terry-Thomas, Pierre Bertin, Colette Brosset, Benno Sterzenbach,
Sieghart Rupp
Musik: George Auric
Drehbuch: Gerard Oury und Marcel Jullian
Kamera: Claude Renoir
Produktion: Robert Dorfmann
Regie: Gerard Oury
Release: The Rank Organisation / Les Films Corona
Drei Bruchpiloten in Paris / Inhalt:
Während des 2. Weltkrieges, als Paris von den Deutschen besetzt ist, muß die Besatzung eines englischen Flugzeuges mit Fallschirmen ihr brennendes Flugzeug verlassen. Drei der englischen Flieger können sich vorläufig in Sicherheit bringen. Einer (Claudio Brook als Peter Cunningham) landet am Gerüst des Malermeisters Augustin Bouvet (Bourvil); der Zweite (Terry-Thomas als Sir Reginald Brook) plumpst direkt in das Walross-Becken des Pariser Zoos. Der Dritte (Mike Marshal als Alan MacIntosh) versteckt sich in der Garderobe des Star-Dirigenten Stanislas LeFort (Louis de Funès). Bourvil und de Funès werden zu nicht ganz freiweilligen Helfern der drei Flüchtlinge. Mit tatkräftiger Unterstützung einer bezaubernden Pariserin (Marie Dubois als Juliette) sowie ihres Großvaters (Pierre Bertin) versuchen sie, in die nicht besetzte Zone Frankreichs zu gelangen. Auf dem Weg dorthin werden sie auch noch von einer geistlichen Schwester (Andréa Parisy) und einer Wirtin (Colette Brosset als ‚Patronne’) unterstützt. Schließlich gelingt es ihnen, kurz bevor die deutschen Verfolger sie erreichen, mit zwei Segelflugzeugen über die Demarkationslinie zu entkommen.Der Film bietet eine Fülle hinreißender, komischer, aber auch berührender Szenen und eine hervorragende Kameraarbeit (Claude Renoir). Kleines, köstliches Detail am Rande: Zwei Mal wird während des Films versucht, die tiefschwarze Uniform eines deutschen SS-Offiziers weiß zu bekommen. Einmal, als der Farbkübel des Malermeisters Bouvet diesem Offizier beinahe auf den Kopf fällt („auskochen geht auch!“), das zweite Mal bei einem mißlungenen Attentat in der Oper. Wie wir wissen: Diese Uniformen blieben dennoch bis zum Ende des Krieges schwarz.

Der Film wurde 1966 in Paris, im Burgund und in der Lozère gedreht. Als Drehort diente u.a. das 'Hôtel Dieu' in Beaune, ein ehemaliges Krankenhaus, das 1443 gegründet wurde. Heute wird dieses Schloss zum Teil als Heim für ältere Menschen genutzt. Ein Teil des 'Hôtel Dieu' wird auch als Museum geführt und kann besichtigt werden. Die Dreharbeiten zu dem Film dauerten vier Monate. 'La Grande Vadrouille' war für lange Jahre der erfolgreichste Film in Frankreich, aber auch in anderen Ländern wurde der Streifen ein absoluter Publikumserfolg.
Der Roman "Die Elenden" von Victor Hugo handelt von dem freigelassenen Sträfling Jean Valjean, der wegen Diebstahls eines Brotstückes und mehrerer Fluchtversuche zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Auch nach seiner Freilassung wird er überall wie ein Verbrecher behandelt. Gerade als er sich in seiner Meinung über die Bösartigkeit der Menschen bestätigt glaubt, wird er von einem überaus menschenfreundlichen Bischof aufgenommen und versorgt. Noch einmal wird Jean Valjean rückfällig und bestiehlt den Bischof. Dieser verzeiht ihm erneut. Durch diese Güte endgültig geläutert, ändert Jean Valjean sein Leben grundlegend. Er rettet ein Menschenleben und beginnt unter dem Namen M. Madeleine ein neues Leben. Er arbeitet sich hoch und wird schließlich mildtätiger Besitzer einer Glasfabrik.
Jean Valjean lernt Fantine kennen, die in seiner Fabrik arbeitet und ein uneheliches Kind namens Cosette hat. Sie hat das Kind bei den hartherzigen Thénardier's in Pflege gegeben, die immer höhere Forderungen an Fantine stellen. Valjean versucht, Cosette wieder zu ihrer Mutter zurückzubringen. Er erfährt schließlich, dass ein Unschuldiger mit der Begründung verhaftet wurde, dieser sei Jean Valjean und gibt sich zu erkennen. Fantine erkrankt an einer schweren Lungenentzündung. Als sein Widersacher, der unbarmherzige Polizist Javet, ihn am Krankenbett von Fantine verhaftet, stirbt sie.
Valjean wird erneut inhaftiert, flieht jedoch, kann sogar sein Vermögen retten und  befreit Cosette aus der Sklaverei ihrer Pflegeeltern. Er versteckt sich mit ihr in einem Kloster. Cosette, welche er als seine Tochter ausgibt, verliebt sich nach dem Verlassen des Klosters in den Studenten Marius. Bei einer Rebellion im Paris des Jahres 1832 rettet Jean Valjean zuerst dem Studenten Marius das Leben - dieser erkennt seinen Lebensretter jedoch nicht - und bewahrt schließlich seinen größten Widersacher Javet vor der Exekution durch die Aufrührer. Javet begeht, von Zweifeln an seinem bisherigen Tun geplagt, Selbstmord. Cosette heiratet ihren Geliebten Marius und erhält das restliche Vermögen Jean Valjeans als Mitgift. Als Jean Valjean Marius gegenüber gesteht, daß er ein ehemaliger Häftling ist, versucht dieser erfolgreich, Cosette von ihrem ‚Stiefvater' fernzuhalten. Jean Valjean kann diese Trennung nicht verwinden und wird schwer krank. Nach einiger Zeit erfährt Marius, ausgerechnet von den hartherzigen Thénardier's, welche Wohltaten Jean Valjean seiner Frau Cosette und ihrer Mutter zukommen ließ. Er und Cosette möchten Valjean um Verzeihung bitten. Als sie ihn finden, liegt dieser im Sterben.