(25.1.1882 London - 28.3.1941 Lewes /Sussex)
Symbol der Frauenbewegung ! Virginia Woolf war die Tochter des Schriftstellers Leslie Stephen und dessen zweiter Ehefrau Julia Jackson. Woolf besuchte keine Schule, sie wurde von ihrem Vater und von Privatlehrern zu Hause unterrichtet. Im Jahre 1910 besichtigte sie als 'Kaiser von Abessinien' (verkleidet mit dunkler Perücke und aufgeklebtem Bart) ein englisches Kriegsschiff. Sie litt für viele Jahre unter schweren Depressionen, hörte Stimmen und vermeinte, Personen zu sehen, die gar nicht vorhanden waren. Obgleich verheiratet, war sie der Schriftstellerin Vita Sackville-West in tiefer Zuneigung verbunden. 1941 wählte sie den Freitod, nachdem ihre Depressionen wieder stärker geworden waren. Sie sprang in selbstmörderischer Absicht in den Fluss Ouse. Um sicherzugehen, nicht überleben zu können, steckte sie etliche schwere Steine in ihren Mantel.
Einige Werke:
Die Fahrt hinaus (Original: The Voyage Out), 1915
Nacht und Tag (Original: Night and Day), 1919
Mrs. Dalloway, 1925
Die Fahrt zum Leuchtturm (Original: To the Lighthouse), 1927
Orlando, 1928
Die Wellen (Original: The Waves), 1931
Die Jahre (Original: The Years), 1936
Zwischen den Akten (Original: Between the Acts), 1941
Die Leute sollten keine Spiegel in ihren Zimmern hängen lassen, genausowenig wie sie offene Scheckbücher liegen lassen sollten oder Briefe, in denen ein gräßliches Verbrechen gestanden wird. Man konnte nicht anders, an jenem Sommernachmittag, als in den langen Spiegel zu blicken, der draußen im Flur hing. Der Zufall hatte es so arrangiert. Von den Tiefen des Sofas im Salon konnte man in dem italienischen Spiegel nicht nur das Tischchen mit der Marmorplatte gegenüber widergespiegelt sehen, sondern auch ein Stück des Gartens dahinter. Man konnte einen langen Graspfad sehen, der zwischen Wällen hoher Blumen hindurchführte, bis der Goldrand ihn, einen Winkel wegschnipselnd, abschnitt.
Virginia Woolf, aus: Die Dame im Spiegel, Eine Reflexion; Copyright S. Fischer Verlag
Virginia Woolf mit ihrem Vater