Ezra Weston Loomis Pound
wurde am 30.10.1885 in Hailey / Idaho als Sohn von Homer Loomis Pound (1858 - 1942) und Isabel Weston Pound (1860 - 1948) geboren. Seine Mutter war mit dem Dichter Henry Wadsworth Longfellow (1807-1882) verwandt und las dem kleinen Ezra oft aus Klassikern vor. Ezra war das einzige Kind des Paares. Er studierte vergleichende Literatur-Wissenschaften und Romanistik an der Universität von Pennsylvanien und in New York. Seine Aufmachung zur damaligen Zeit beschreibt der Redakteur einer Zeitung so: „Meine Erinnerung an Pound bei jenem ersten Kennenlernen, als er mir seine Gedichte vorlas, besteht in dem begeisterten Gesicht, der Stimme und dem unbändigen Drang dahinter; in dem Eindruck, dass er ein Troubadour von einer fröhlichen Beknacktheit war, die selbst die Vachel Lindsays übertraf. Aber ich hatte Lindsay nie so für die Rolle ausstaffiert gesehen. Ich würde sagen, dass sein Sakko, sein Hut, seine Weste, jedes einzelne Teil für sich, von einer anderen gewagten Farbe war, der Gesamteindruck purpurrot und gelb, dass der eine Schuh rehbraun, der andere blau war und dass er an seinem gelackten Strohhut ein weißes, rotgepunktetes Hutband trug.“
Ein Zweizeiler von Pound, inspiriert von japanischer Dichtung
(Copyright G.K. Hall and Co.)
In a Station of the Metro
The apparition of these faces in the crowd;
Petals on a wet, black bough.
Für Hilda Doolittle, mit der er sich heimlich verlobt hatte, schrieb er seinen ersten Gedichtband 'Hilda's Book'. 1908 zog Pound nach Venedig. Von 1909 bis 1920 lebte er in London. Im April 1913 heiratete er die Künstlerin Dorothy Shakespeare, hatte daneben aber auch viele andere Damenbekanntschaften. Ebenfalls 1913 lernte er James Joyce kennen und unterstützte ihn sowohl finanziell als auch durch Rezensionen seiner Werke. Die Veröffentlichung von 'Ulysses' ist zu einem Teil Ezra Pound (und Sylvia Beach) zu verdanken. Von 1920 - 1924 wohnte er in Paris (70, Notre Dame des Champs). Er lernte Gertrude Stein und Ernest Hemingway kennen. Von Paris zog er nach Italien und siedelte sich in Rapallo an. Er mietete eine Dachgeschosswohnung über dem 'Albergo Rapallo'. Während des Krieges bekundete er Sympathien für eine faschistische Neuordnung, die ihm die Oberservierung durch das FBI einbrachten. In etlichen Rundfunkreden machte er Juden, die Amerikaner und 'skrupellose Geschäftsleute' für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kam er deshalb in ein Militärgefängnis. Bei einem Verhör verlangte er, mit Truman und Stalin sprechen zu können, um ihnen einige 'Hinweise' geben zu können. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und verbrachte dort die nächsten dreizehn Jahre.. Am 18. April 1958 erreichte eine gemeinsame Aktion von Archibald MacLeish, Ernest Hemingway, T.S. Eliot und Robert Frost die Freilassung Pounds. Nach der Freilassung kehrte er nach Italien zurück. Pound starb am 1.11.1972 in Venedig. Er wurde auf der Insel 'San Michele' bei Venedig beigesetzt. Pound ist vor allem durch seine Gedichte, Essays, aber auch durch Übersetzungen japanischer Gedichte bekannt geworden.
Werke (Auszug):
A Lume Spento, 1908
Provenca, 1910
Vorticism, 1914
Cathay, 1915
Quia Pauper Amavi, 1918
Indiscretions, 1923
Le Testament, 1923
How to read, 1931
Cavalcanti, 1933
The Pisan Cantos, 1948