John Steinbeck
(27.2.1902 Salinas / Kalifornien - 20.12.1968 New York)
Steinbeck wuchs als Sohn eines Deutschen namens John Ernst Steinbeck und einer irischstämmigen Mutter in der Nähe von Monterey (ca. 150 km südlich von San Francisco) zusammen mit drei Schwestern auf. Steinbeck's Großvater hatte bei der Einwanderung in die USA den Familiennamen von Großsteinbeck auf Steinbeck gekürzt. 1919 kam er an die berühmte und noble Stanford Universität und belegte Literatur, Journalismus und Geschichte. 1924 verließ er die Universität ohne Abschluss. 1925 reiste er nach New York, kehrte aber bald wieder an die Westküste zurück. 1930 heiratete er seine erste Frau Carol Henning, die er kennengelernt hatte, als er kurzfristig als Reiseleiter in Tahoe arbeitete. Bis zum Jahr 1935 - dem Jahr, in dem 'Tortilla Flat' veröffentlicht wurde - lebten er und seine Frau in Armut, finanziell zeitweise von seinem Vater unterstützt. 1943 kam die Scheidung von seiner Frau Carol. Er heiratete im gleichen Jahr Gwyndolyn Conger, mit der er zwei Kinder - Tom und John - hatte.
Im Zweiten Weltkrieg engagierte er sich gegen das Nazi-Regime. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er ausgedehnte Reisen, etwa 1947/48 Reisen nach Skandinavien, Frankreich und Russland. Während seiner Russland-Reise besuchte er Moskau, Tbilisi und Stalingrad. Über diese Reise schrieb er das Buch 'A Russian Journal'. 1948 kam die Scheidung von Gwyndolyn.
Später folgten auch Reisen nach Nordafrika und nach Israel sowie eine Reise quer durch Amerika. 1950 heiratete er die Bühnen-Managerin Elaine Scott. Diese Ehe sollte bis zu seinem Tod halten. 1954 erlitt er einen Schlaganfall. 1967 reiste er nach Vietnam, um seinen dort als Kriegsberichterstatter Dienst tuenden Sohn John zu besuchen. Wohl durch seine Freundschaft mit dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson war er einer der wenigen Intellektuellen, die den Vietnamkrieg befürworteten. Steinbeck erkrankte in Vietnam ernsthaft und kehrte in die USA zurück. Seine Erkrankung machte es jedoch unmöglich, weiter seiner Tätigkeit als Schriftsteller nachzugehen. Er starb 1968 an Herzversagen und wurde in seiner Heimatstadt Salinas beigesetzt.
Nobelpreis für Literatur 1962
*) Aus der Begründung des Nobelpreis-Komitees
Wichtige Werke (Auszug):
Eine Handvoll Gold (Original: Cup of Gold), 1929
Tortilla Flat, 1935
Stürmische Ernte (Original: In Dubious Battle), 1936
Von Mäusen und Menschen (Original: Of Mice and Men), 1937
Früchte des Zorns (Original: The Grapes of Wrath), 1939
Die Straße der Ölsardinen (Original: Cannery Row), 1945
Die Perle (Original: The Pearl), 1947
Jenseits von Eden (Original: East of Eden), 1952
Lasst uns König spielen (Original: The Short Reign of Pippin IV), 1957
John Steinbeck bei der Verleihung des Nobelpreises
"for his realistic and imaginative writings,
combining as they do
sympathetic humour
and keen social perception."