Pablo Ruiz Picasso
(25.10.1881 Malaga / Spanien - 8.4.1973 Mougins / Frankreich)
Picasso war das erste Kind eines Zeichenlehrers und freischaffenden Malers. 1896 besuchte er die Kunstschule in Barcelona, im Jahr danach begann er ein Studium in Madrid. 1904 zog Picasso nach Paris um. Im Jahr 1917 schuf er das Bühnenbild und die Kostüme für das Ballett 'Parade'. 1918 heiratete er die russische Tänzerin Olga Koklowa, mit der er einen Sohn hatte. 1936 wurde er Direktor des Prado in Madrid. Picasso war zeitlebens ein großer Frauenfreund. Ein uneheliches Kind entstammt seiner Beziehung mit Marie-Thérèse Walter. Zwei Kinder waren das Produkt der Liebschaft mit Francoise Gilot. Picasso war in zweiter Ehe mit Jacqueline Roque verheiratet. Diese Ehe blieb kinderlos (man muss hier erwähnen, dass Picasso zum Zeitpunkt dieser Eheschließung 80 Jahre alt war).
Seine Schaffensperioden können in etwa so eingeteilt werden: Blaue Periode (1901 - 1905), Rosa Periode (1905 - 1907), Kubismus (1907 - 1920), (Neo-)Klassizismus und Surrealismus (beginnend nach 1920). In seinem Spätwerk setzte er sich mit verschiedenen Arbeitstechniken auseinander. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Bild 'Guernica' aus dem Jahr 1937. Picasso wurde im Garten seines Schlosses nahe Cannes beigesetzt.
Picasso mit seiner Geliebten Fernande Olivier (Paris, ca. 1909)
Die Geschichte von Guernica : Pablo Picasso malte dieses Bild unter dem Eindruck der Zerstörung der baskischen Stadt Guernica während des spanischen Bürgerkriegs (Guernica oder baskisch 'Gernika' liegt an der Nordküste Spaniens am Golf von Biskaya und hatte damals ca. 6000 Einwohner). Am 27. April 1937 hatte die deutsche 'Legion Condor' die schutzlose Stadt etwa drei Stunden lang bombardiert. Der Angriff stand unter dem Befehl von Wolfram von Richthofen. Bei der Bombardierung wurden auch Splitter- und Brandbomben verwendet. Bei dem Angriff kam vermutlich auch das neue Kampfflugzeug 'Messerschmitt BF 109' zum Einsatz, das eine Geschwindigkeit von bis zu 550 Stundenkilometern erreichte.
In der Stadt gab es damals zwei kleine Fabriken, die Waffen und Munition herstellten (Unceta & Cía. und Talleres de Guernica S.A.). Am Stadtrand von Guernica gab es eine alte Kaserne. Am Tag des Luftangriffs befanden sich einige hundert versprengte Soldaten in der Stadt, die im Kloster 'La Merced' Unterschlupf gefunden hatten. Diese Soldaten verfügten über insgesamt zwei Maschinengewehre. Die meisten Soldaten ergriffen während der Luftattacke die Flucht. Die Bedeutung Guernica's war jedoch keine militärische, sondern eine symbolische: In Guernica befindet sich etwas oberhalb des Zentrums das Nationalsymbol der Basken, ein alter Eichenbaum, vor dem bis 1876 der Ältestensrat des gesamten Baskenlandes tagte.
Von den rund 400 Häusern wurden mehr als 70% völlig zerstört, der Rest wurde schwer oder leicht beschädigt. Der gesamte Ortskern der Stadt zwischen den Straßen San Juan, Urioste und Don Tello wurde vernichtet. Die Stadt brannte drei Tage lang. Genaue Zahlen über die Opfer der Zivilbevölkerung liegen nicht vor. Es wird von mindestens 200 Toten und mehr als 800 Schwerverletzten ausgegangen. Drei Tage nach dem Luftangriff besetzten faschistische Truppen die Stadt. Nach dem Einmarsch der Franco-Truppen stießen die 'Nationalisten' auf keinen Widerstand mehr.